Istanbul: Silvester zwischen Europa und Asien feiern

Istanbul ist eine pulsierende Stadt, die südländisches Temperament und arabisches Flair für seine Besucher bereithält.

Wo der Orient auf den Okzident trifft, und nur eine Brücke Europa von Asien trennt, liegt die wohl spannendste Metropole der gesamten Türkei. Istanbul ist seiner Lebendigkeit und altehrwürdigen Geschichte ein besonders empfehlenswertes Reiseziel.

Am bekanntesten ist wohl die Bosporus-Brücke, die den europäischen mit dem asiatischen Stadtteil von Istanbul verbindet. Auf türkisch die Boğaz Köprüsü genannt, können seit 1973 über eine enorme Länge von 1.510 Metern und 64 Metern Höhe über dem Wasser, Autos vom Stadtteil Beşiktaş in den Stadtteil Üsküdar fahren. Für Besucher ist aber auch eine Überfahrt mit der Bosporos-Fähre während des Sonnenuntergangs über das Goldene Horn eine traumhaft schöne Angelegenheit, die unvergesslich in Erinnerung bleiben wird.

Silvester zwischen Asien und Europa

Ein besonderes Erlebnis ist es mit Sicherheit für Touristen den Jahreswechsel im Galata-Turm zu begehen. Dort gibt es ein tolles Programm für die Silvesternacht, das auch Bauchtanz einschließt. Und um Mitternacht kann man dann ganz entspannt nach draußen auf die Terrasse gehen und Istanbul genießen. Eine Reservierung hierfür wird dringend empfohlen. Mehr Trubel gibt es rund um den Taksim Platz, auf dem gerade an Silvester das Leben tobt. Einen tollen Blick hat man um Mitternacht, wenn man sich im asiatischen Teil der Stadt aufhält, und dem Feuerwerk auf der europäischen Seite ein wenig aus der Entfernung zusehen kann und schließlich mit Efes (Bier) oder Raki stilecht auf das neue Jahr anstoßen.

Brücken und Fähren verbinden Istanbul

Eine weitere, wunderschöne Brücke in Istanbul ist die Galatabrücke (zu türkisch: Galata köprüsü), die von Eminönü ins Hafenviertel Karaköy (Galata) führt. Hier am Goldenen Horn von Istanbul, ist die Brücke mit einer Breite von 42 Metern und zwei Stockwerken ein echtes Highlight. Unter der achtspurigen Fahrbahn befinden sich seit 2002 Restaurants und Cafés, die nicht nur von Touristen sondern vielfach von Einheimischen aufgesucht werden – hier genießt man das Leben.

Die Aussicht vom Galata-Turm genießen

Vom Galata Kulesi (Galata-Turm) hat man dann einen wunderbaren weiten Blick über die gesamte Stadt. Mit etwa 62 Metern Höhe liegt der Galata Kulesi über dem Goldenen Horn, der sieben Kilometer langen Bucht des Bospurus, und kann bestiegen werden. Oben angekommen wartet eine Galerie auf den Besucher. Der im Hafenviertel stehende Turm wurde um 1348 erbaut und war damals das höchste Gebäude im damaligen Konstantinopel.

Die schönsten Moscheen der Stadt

Auf keinen Fall fehlen darf in den Erinnerungen an Istanbul die Ayasofya, oder zu deutsch die Hagia Sophia. Die berühmte Moschee ist nicht nur Glaubensort, sondern ein auch ein Wahrzeichen für die Stadt zwischen Orient und Okzident. In der Altstadt gelegen, strahlt die „Kirche der Heiligen Weisheit“ mit dem rötlich schimmernden Mauerwerk und den (nachträglich angebrachten) vier Minaretten Macht, Wohlstand und Erhabenheit aus. In Auftrag gegeben wurde das Gotteshaus von Kaiser Justinian (482 – 565), der mit diesem Bau die damals größte Kirche des Christentums in fünf Jahren bauen ließ. Erst viel später wurde die Hagia Sophia zur Moschee. Vor etwa fünfhundert Jahren übernahmen die Osmanen das Haus und widmeten es Allah. Trotzdem findet man an vielen Stellen noch Hinweise auf die ursprüngliche Glaubensrichtung des Hauses.

Die Blaue Moschee gleich gegenüber der Hagia Sophia

Gleich gegenüber der 1.400 Jahre alten Hagia Sophia liegt die Blaue Moschee oder auf türkisch Sultanahmet Camii, die auf den ersten Blick die wohl am beeindruckendste Moschee der Stadt. Mit sechs Minaretten und einer Kuppel, die über drei Stufen angelegt ist, ist die Blaue Moschee für Gläubige wie für andere Touristen ein echtes Highlight. Prunkvoll erscheinen die blauen Kacheln, der rote Teppich und die riesigen Leuchter im Inneren der zu Beginn des 17. Jahrhunderts gebauten Moschee. 260 zum Teil bunt verglaste Fenster schaffen eine besondere Atmosphäre. Innerhalb der Moschee müssen nicht-muslimische Frauen übrigens kein Kopftuch tragen. Dafür wird erwartet, dass Touristen die Moschee aus einem Seiteneingang heraus betreten.

Ab auf die Insel!

Ein weiteres, beeindruckendes Gebäude ist die Süleymaniye Camii, die Süleymaniye-Moschee. Quasi über dem Goldenen Horn gelegen, kann die Süleymaniye-Moschee durchaus mit der Blauen Moschee konkurrieren. Auch sie bietet eine atemberaubende Innenansicht und arkadengesäumte Höfe. Der Teegarten der 1557 erbauten Moschee zu Ehren des Herrschers Süleyman ist ein Ort voll Ruhe. Ruhe bekommen Sie auch bei einem Besuch der Prinzeninseln. Ein Ausflug zu der Inselgruppe kann ganz gemütlich an einem Tag Ihres Aufenthaltes in Istanbul gemacht werden. Die Inseln können Sie mit der Fähre erreichen und dann zu Fuß oder in einer Pferdekutsche entdecken. Besonders bekannt sind die Inseln für ihre Fischgerichte, die in den zahlreichen Restaurants serviert werden.

Ein Bahnhof für Züge und Schiffe

Wieder mehr Trubel herrscht am Bahnhof Haydarpaşa, den man sowohl mit der Bahn als auch mit dem Boot erreichen kann. Nach den Plänen der Architekten Otto Ritter und Helmut Cuno aus Deutschland erreichtet, handelt es sich hierbei um den zweitgrößten Bahnhof in ganz Istanbul. Genau gegenüber des Topkapı-Palastes gelegen, sollte hier im Jahre 1873 mit dem Bau des Bahnhofs die Bagdad-Linie vorangetrieben werden – im Gegensatz zur Bahnlinie in den Irak steht das Bahnhofsgebäude heute noch. Der Topkapi sarayi, der eben erwähnte Topkapi Palast, versetzt einen gedanklich sofort in das Märchen von tausendundeiner Nacht. Der “Kanonentor-Palast” war früher über 400 Jahre lang der Wohnsitz der Sultane im Osmanischen Reich. Etwa 5.000 Menschen können in dem Gebäude wohnen, dass von der Architektur her die Besucher gefangen nimmt.

Glanz und Gloria im Dolmabahçe-Palast

Doch irgendwann war auch der Topkapi sarayi den Herrschern des Osmanischen Reiches nicht mehr genug und ein Neubau musste her: Der heutige Dolmabahçe sarayi (Dolmabahçe-Palast) wurde um 1856 erbaut und hat eine stolze Fläche von 250.000 Quadratmetern. Der edle Palast wurde den Plänen der jeweiligen aktuellen Sultane mit reichlich Gold, Marmor und Kristallen ausgestattet. Hier starb auch der Gründer der modernen Türkei im Alter von gerade einmal 57 Jahren. Mustafa Kemal Atatürk’s Sterbebett wird seit seinem Tod im Jahre 1938 Tag und Nacht von einem Soldaten der türkischen Armee bewacht – begraben liegt Atatürk allerdings in Ankara.

Trubel am Taksim-Platz

Wer aufregendes Leben sucht, sollte zum Taksim Meydani gehen. Der Taksim-Platz ist der ideale Ausgangspunkt um tagsüber die Stadt zu entdecken und sich abends ins Nachtleben von Istanbul zu stürzen. Direkt am größten und wohl meist befahrensten Platz der Stadt liegt die Oper. Ebenso gibt es zahlreiche Hotels in allen Kategorien, die allein schon auf Grund der Lage empfehlenswert sind. Ein Bummel in den kleinen Gassen rund um den Taksim-Platz ist ein schöner Zeitvertreib. Noch mehr Kunst und Kultur gibt es in der İstiklal Caddesi, der İstiklal-Strasse, die direkt vom Taksim-Platz ab durch das Stadtviertel Beyoğlu verläuft und das Ausflugsziel für die jungen Bewohner Istanbuls ist.

Kulinarische Köstlichkeiten probieren und Basar erleben

Auch kulinarisch gibt es eine Menge in Istanbul zu entdecken. Probieren Sie unbedingt etwas von den Straßenständen mit frisch gebackenem Mais oder Sesamringen. Wer noch ein Mitbringsel für Zuhause mitnehmen möchte, sollte den Stadteil Eminönü aufsuchen. Dort befindet sich der sogenannte Ägyptische Basar, der eine riesige Auswahl hat. Besonders zu empfehlen ist auch der Kadiköy Basar, der an jedem Donnerstag mit etwa 1.900 Ständen neben dem Fenerbahce Stadion stattfindet. Auch hier gibt es alles, von Lebensmitteln über (gefälschte und echte Marken-) Kleidung bis hin zu den typischen Backgammon-Spielen, die Sie sich als typischen Türkei-Andenken mitnehmen sollten. Beim Preis zu handeln gehört in der Türkei übrigens zum guten Ton.

Das Wetter an Silvester

Zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer gelegen, wartet Istanbul mit einem zumeist milden, feuchten Seeklima auf seine Besucher. Im Dezember und Januar wird es daher selten über 5 Grad Celsius warm. Im Allgemeinen ist der Winter vom Wetter her recht wechselhaft und eher kühl bis kalt. Wer sich um Silvester herum nach Istanbul aufmacht, kann mit sonnigen Tagen rechnen – aber genauso mit einer Menge Regen und auch Schnee liegen an der Tagesordnung. Über die Feiertage sollte man sich also bei einem Besuch in der türkischen Metropole auf jedes Wetter einstellen.

(Bild: © Michael Brüggemann/pixelio.de)

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