Leipzig: Silvester in einer geschichtsträchtigen und modernen Stadt

Kaum eine andere Stadt in Deutschland hat soviel neuere Geschichte geschrieben wie Leipzig. Zwischen Altbauten und Aufschwung hat sich ein ganz besonderes Flair entwickelt.

Leipzig lädt ein! Das ganze Jahr über bietet die Stadt in Sachsen kulturelle Highlights und besondere Aufführungen. Am bekanntesten ist hier wohl der Thomaner Chor, einer der besten Knabenchöre Deutschlands. Die Jungen singen auch für Sie an Silvester. Lesen Sie hier, was sonst noch über die Feiertage in Leipzig entdeckt werden kann.

Am Silvestertag findet in der Thomaskirche die Silvestermotette des Thomaner Chores statt. Wer mittags den wunderschönen Stimmen des Knabenchores lauschen möchte, sollte sich allerdings weit im Voraus Karten für das Konzert in der Kirche sichern. Dies gilt genauso für das Thomaskonzert am späteren Abend in der Thomaskirche. Ebenso ist der Konzertabend an Neujahr äußerst beliebt, der meist am frühen Abend in der Thomaskirche abgehalten wird. Das Neujahrskonzert stellt klassische Klänge in den Vordergrund. Auch im Gewandhaus gibt es ein großes Silvesterkonzert, für das Karten an allen gängigen Vorverkaufsstellen erworben werden können. Neben Klassischem gibt es aber auch Modernes, so kann sowohl in der Moritzbastei als auch im Volkspalat oder rund um den Marktplatz in der Innenstadt ausgelassen ins neue Jahr gefeiert werden.

Blühende Landschaften – wirklich!

Nach einem gelungenen Jahreswechsel lohnt es sich allerdings, noch weiter in der gut 500.000 Einwohner großen Stadt umzuschauen. Viel Geschichte verbirgt sich hier – und nicht nur die von vergangenen Jahrhunderten, sondern auch neuere Ereignisse haben ihren Anfang in Leipzig genommen. So haben in dieser Stadt die Montagsdemonstrationen im Jahre 1989 ihren Anfang genommen, die schließlich einen entscheidenden Impuls für die Wende gegeben haben. Auch zwanzig Jahre nach der deutschen Einheit spürt man immer noch die Aufbruchsstimmung. Zahlreiche alte Gebäude, die zu DDR-Zeiten einfach vor sich hin rotteten, wurden in der jüngeren Vergangenheit bereits aufwendig restauriert.

Passagen laden zum Bummeln und Staunen ein

So beispielsweise die Mädlerpassage und die Messehofpassage im Zentrum der Stadt. Wer durch die elegante Mädlerpassage flaniert, kann sich leicht in die Vergangenheit zurückversetzen. Sandsteinfiguren mit Vase und Weintrauben zeigen die Anfänge des Gebäude, als es noch als Weinkeller genutzt wurde. Der anschließende, ehemalige Messehof wurde im Jahr 2006 ebenso aufwändig saniert und zeugt von den Anfängen Leipzigs als eine der ersten und wichtigsten Messestädte Deutschlands im 16. Jahrhundert und führt direkt zum Neumarkt.

Kirchen prägen Leipzig’s Geschichte

Unweit hiervon liegt die bekannte Nikolaikirche, in der die Montagsdemos ihren Anfang nahmen. Die älteste erhaltene Kirche Leipzigs war seinerzeit Probenort für den Komponisten Johann Sebastian Bach, der damals die 144 farbige Lichtsteine noch nicht genießen konnte, die nach 20 Uhr zu leuchten beginnen und den Platz um die St. Nikolai in ein besonderes Licht tauchen. Hier finden übrigens auch über zwanzig Jahre nach der Wende jeden Montag noch Friedensgebete statt. Ebenso bekannt ist die Thomaskirche, die einen der besten Knabenchöre im deutschsprachigen Raum in ihren Wänden beherbergt. Den Sängen des Thomaner Chores können Sie außerdem an einem jeden Freitag um 18 Uhr und samstags um 15 Uhr lauschen. Nach seiner Probe in der St. Nikolai war Johann Sebastian Bach übrigens in der Thomaskirche Kantor. Mit einem Denkmal wird dem berühmten Musiker am Südportal noch heute gedacht.

Klassische Musik in klassischen Gebäuden

Ein weiteres historisches Gebäude mit wunderschöner Architektur ist das Gewandhaus. Gerade bei Nacht lohnt sich ein Spaziergang entlang des Gewandhauses. Zahlreichen musikalischen Aufführungen können Sie hier beiwohnen. Dabei sind es aber nicht nur klassische Weisen, die vom Gewandhausorchester, dem MDR-Symphonieorchester oder dem Thomanerchor vorgetragen werden. Auch zeitgenössische Musik kann durch Gastspiele immer wieder in den erhabenen Hallen gehört werden. Ein weiteres Haus der Musik ist das Opernhaus. Mit einem Mix aus Sechziger-Jahre-Architektur und Spätklassizismus und idyllischen Schwanenteichanlagen ist die Oper allein schon von außen ein Besuch wert.

Rundumerneuerung am Markt

Unbedingt besucht haben sollte man auch den Markt, das Herzstück der Leipziger Innenstadt. Hinrichtungen war hier bis zum Jahre 1824 an der Tagesordnung. Ein gewisser Woyzeck war der letzte, der hier seinen Kopf lassen musste, da er seinerseits seine Geliebte umgebracht hatte. Daher bekam auch Georg Büchners Drama “Woyzeck” seinen Namen. Auch wenn viele historische Gebäude der Innenstadt im Zuge des zweiten Weltkriegs zerstört wurden, konnte doch ein beträchtlicher Teil wiederhergestellt und mit moderner Archtitektur gemischt werden.

Die Rathäuser in Leipzig zeigen ihren Prunk

Geschichtsträchtig wird es wieder beim Alten Rathaus: Von Hieronymus Lotter im Jahre 1556 im Renaissancestil errichtet, gehört das Alte Rathaus wohl zu den schönsten Gebäuden Deutschlands. Hier befindet sich auch die Dauerausstellung des Stadtgeschichtlichen Museums. Zahlreiche Portäts von Fürsten, Richtern und auch von Komponist Bach hängen hier aus. Dazu schließt sich eine interessant gemachte Ausstellung über das Leben in Leipzig im Wandel der Zeiten an. Danach sollte auch das Neue Rathaus besucht werden. Das im Jahre 1905 fertiggstellte Gebäude beherbergt seit jeher die Stadtverwaltung in etwa 600 Räumen auf gut 10.000 Quadratmetern. Der 115 Meter hohe Turm des Neuen Rathauses ist auch nach über einhundert Jahren Bestand noch das zweithöchste Gebäude der Innenstadt.

DDR-Alltag im Museum und Partyhighlights unter der Erde

Zurück in die Gegenwart versetzt das Museum in der „Runden Ecke“, das viele Informationen zur Wende, den Montagsdemonstrationen und den Alltag von Bespitzelung liefert. Das Gebäude, in dem die Austellung untergebracht ist, ist das ehemalige Stasigebäude, dass mit dem Nachbau einer Zelle für politische Gefangene und Erläuterungen zum Gefängnisalltag betroffen macht. Zerstreuung kann man danach am Abend in der Moritzbastei finden. Das unterirdische Labyrinth dient heute als Veranstaltungsort für Konzerte oder Parties. Ein wichtiges, nicht zu vergessenes Gebäude ist Leipzig ist außerdem das Bundesverwaltungsgericht, das seit 2002 in der Stadt in Sachsen residiert. Das im Jahre 1895 als Reichsgericht erbaute Gebäude beherbergt auch eine Ausstellung über Geschichte und Architektur des Museums im Sitzungssaal 1.

Die grüne Perspektive der Stadt

Die grüne Lunge von Leipzig ist der Clara-Zetkin-Park, der ganz nahe der Innenstadt mit seinen Wald- und Auenlandschaften gerade im Winter zum Rodeln ideal ist. Die Namensgebung beruht auf Clara Zetkin (1857-1933), die als Begründerin der sozialistischen Frauenbewegung hier gewürdigt werden sollte. Als Teil davon ist besonders der Johannapark einen Spaziergang wert, denn über Teich, Fontänen und Brücken hinweg bietet sich ein toller Blick auf das Neue Rathaus. Interessant ist auch der Südfriedhof, der mit etwa 80 Hektar größte der zweitgrößte deutsche Parkfriedhof ist. Gerade der alte Baumbestand hier ist beeindruckend.

Ein Besuch des Zoos und des Völkerschlachtdenkmals müssen sein

Durch die tägliche Sendung in der ARD bekanntgeworden, gehört auch der Zoo Leipzig zu einem der Highlights der Stadt. Erdmännchen, Kängurus und ein stolzes Aqarium erwartet die Besucher. Ganz besonders ist das spezielle Unterwasserfenster, durch das man den badenden Elefanten zusehen knann. Und natürlich darf auch ein Abstecher beim Völkerschlachtdenkmal nicht fehlen. Erbaut, um den Sieg über Napoleon zu feiern, bietet das Denkmal auch einen tollen Ausblick, der nach einem Aufstieg von 364 Stufen zu erreichen ist, und zieht somit jährlich mehr als 200.000 Besucher an.

(Bild: © Birgit Winter/pixelio.de)

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