Mailand: Kulturmetropole an Silvester

Italien an Silvester in einer der schönsten Städte des Landes erleben.

Die Stadt der Mode lädt nicht zur während der Fashion Week zu einem Besuch ein. Auch über die Feiertage lohnt sich ein Ausflug nach Mailand, das mit Kultur, Kunst und Kreativität zu überzeugen weiß.

Wer zum “Capodanno”, dem Neujahrsfest, nach Italien reisen möchte, sei Mailand ans Herz gelegt. Die Metropole im Norden Italiens bietet Kultur, Mode und ein ganz eigenes Lebensgefühl. Wer sich an Silvester ins Getümmel stürzen möchte, sollte die Partymeile Mailands, die Corso Como, aufsuchen. Etwas edler geht es der Silvester-Ballett-Gala in der Mailänder Scala zu. In dem bekannten Opernhaus findet alljährlich zum Jahresende eine Ballettaufführung statt, für das man sich rechtzeitig um Eintrittskarten kümmern sollte.

Italienischkenntnisse auffrischen

Aber auch an den anderen Tagen wird Mailand ein unvergesslichen Aufenthalt bereiten. Empfehlenswert ist, mit einer Stadtrundfahrt zu starten. Hier werden Führungen auf Englisch, manchmal auch auf Deutsch, angeboten. Generell sollten Besucher der Mode-Metropole aber ihre Italienischkenntnisse auffrischen. Die Italiener glänzen nicht gerade mit Fremdsprachen, Italienisch ist ihnen immer noch am liebsten. Auch wenn dies manchmal zu problematischen Situationen führen könnte, so lohnt sich dennoch ein Ausflug nach Milano allemal.

Vom Dach des Mailänders Doms

Ein wirklich traumhaftes Gebäude ist der Dom der zweitgrößten Stadt Italiens, der Duomo Santa Maria Nascente, mit dessen Bau im Jahre 1386 begonnen wurde. Ganz aus weißem Marmor gefertigt, der über speziell angelegte Kanäle aus der Toskana nach Mailand geschafft wurde, strahlt er schon von Weitem Würde und Eleganz aus. Dies setzt sich im Innenraum der Kirche fort, riesige Glasfenster verleihen dem Gotteshaus eine ganz besondere Atmosphäre. Der Mailänder Dom ist mit einer Fläche von etwa 11.400 Quadratmetern eine der größten Kirchen der Christen. Ein besonderes Erlebnis ist es, das Dach des Doms zu erklimmen, die dort angebrachten 3.500 Statuen von Heiligen, Tieren oder Dämonen zu begutachten und einfach die Aussicht über Mailand zu genießen. Bei gutem Wetter kann man bis zu den Alpen sehen, was über Silvester wegen starkem Nebel allerdings sehr selten vorkommt. Die davorliegende Piazza del Duomo wird vom Dom, dem Palazzo Reale und dem Palazzo dell’Arengario eingefasst und ist ein Ort voll Energie, wie man sie nur in Italien erleben kann.

Die zwei Türme der Sant’ Ambrogio

Der Ausspruch “Ein Freund ist gleichsam ein zweites Ich.”, machte Ambrosius von Mailand (339-397) berühmt. Mit der Basilika Sant’ Ambrogio wurde dem Mailänder Stadtpatron gleich ein ganzes Gotteshaus direkt auf seinem Grab gewidmet. Mit dem Bau einer Kirche an diesem Ort wurde bereits im Jahre 470 begonnen, fertiggestellt wurde das ganze jedoch erst im 13. Jahrhundert – ein Ort voll Geschichte beginnend im Mittelalter. Die zwei Glockentürme wurden der Basilika Sant’ Ambrogio nicht grundlos, sondern nach einem Streit gebaut. Weil sich die Domherren (Campanile dei Canonici) und die Mönche (Campanile dei Monaci) nicht einigen konnten, wer wann läuten und den Altar der Kirche nutzen durfte, wurde im 12. Jahrhundert einfach ein zweiter Turm angebaut. Auch der Vorhof der Sant’ Ambrogio, der im romanischen Stil errichtet wurde, ist ein eindrucksvoller Ort.

Von Italien nach Russland: Das Castello Sforzesco

Ein weiteres, bedeutungsvolles Bauwerk in Mailand ist das Castello Sforzesco die Residenz der ehemaligen Herrschwerfamilie Sforzesco. Interessanterweise wurde das Schloss nicht gebaut, um sich vor fremden Feinden zu schützen, sondern um sich die eigenen Bevölkerung vom Halse zu halten. Die ersten Herrscher, Visconti, begannen um 1368 mit dem Bau eines solchen Gebäudes. Als die Familie von den Sforzesco abgelöst wurden, wurde auch der Bau erweitert und vollführt. Heute liegt im Inneren des Castellos ein Museum zur Mailändischen Geschichte mit zahlreichen kostbaren Sammlungen. Das Gebäude diente übrigens vielen als Inspiration, so wurde beispielweise der Moskauer Kreml von italienischen Architekten nach den Plänen des Castello Sforzesco errichtet. Gleich dahinter liegt der Parco Sempione, das grüne Herz von Milano. Hier können die Großstädter Luft holen und die Seele baumeln lassen. Man erreicht den herrlichen Park, der ab 1890 erschaffen wurde, auch über die Viale Alemagna und die Piazza Sempione.

Das letzte Abendmahl

Wenn man schon in Mailand ist, sollte auch unbedingt das Cenacolo Vinciano besucht werden, dass das berühmte Abendmahl von Leonardo da Vincis beherbergt. Das Gemälde zeigt genau jenen Moment, als Jesus mit seinen Jüngern beim Abendmahl saß und in Richtung Judas sagte: “Einer von euch versucht mich zu betrügen!”. Da Vinci arbeitete von 1495 an zwei Jahre an dem Werk und ist heute damit einer der bekanntesten Maler weltweit – auch knapp 500 Jahre nach seinem Tod. Karten für den Besuch im Cenacolo Vinciano muss man sich lange im Voraus buchen, ist aber heutzutage leicht über das Internet möglich. Im Gebäude selbst wird man dann in Gruppen zu maximal 25 Personen in den Raum mit dem berühmte Gemälde geschleust – und darf maximal 15 Minuten dort bleiben. Fotografien des Meisterwerks von Da Vinci sind nicht erlaubt.

Kunst ohne Ende in der Galleria Nazonale

Noch mehr Kunst gibt es in der Pinacoteca di Brera, der Galleria Nazonale Italiens. Hier hängen berühmte Bilder wie Piero della Francescas Madonna mit dem Ei oder Raffaels Vermählung der Jungfrau. Das Gebäude wurde im Jahre 1809 eröffnet und ist seither als Nationalmuseum darauf bedacht, die großen Meister in seinen Wänden auszustellen. Sogar Napoleon ließ Bilder hierher schicken. Rund um die Pinacoteca im Brera-Viertel hat sich heute eines der lebendigsten der Stadt entwickelt. Zwar wurden Künstler und Schriftsteller von den heutigen Luxusbauten und Yuppies teilweise verdrängt, trotzdem hat Brera immernoch den Charme eines Szeneviertels der Bohème. Lokale, Restaurants und Bars ziehen Besucher und Einheimische gleichermaßen ins Viertel.

Nicht ohne die Mailänder Scala

Ein wichtiges Highlight der rund 1,3 Millionen Einwohner großen Stadt ist natürlich das berühmte Opernhaus, die Teatro alla Scala, in deren Gemäuern wunderschöne Operetten und Opern aufgeführt werden. Gebaut im Jahre 1778, ist die Mailänder Scala in den Jahren zwischen 2001 und 2004 grundrenoviert worden und bietet rund 2.000 Besuchern Platz. Wer Lust hat, kann einfach an der Vorverkaufskasse im ersten Tiefgeschoss der Metrostation Duomo nach Last-Minute-Tickets fragen, oder sich zwei Stunden vor Vorstellungsbeginn auf Weg zur Abendkasse an der Scala selbst machen. Auch einen Blick wert ist die Stazione Centrale, der Hauptbahnhof von Milano, wie die Italiener die heimliche Hauptstadt des Landes nennen. Ganz aus Marmor erbaut, ist der 207 Meter breite und stolze 36 Meter hoche Anfang der dreißiger Jahre erreichtet worden und seither nichts von seinem Glanz verloren. Am Ende der Via Pisani gelegen, befindet sich im Inneren auch eine Touristeninformation.

Italiens Modehauptstadt erleben

Wer die Mode-Stadt in ihrem Herzen besuchen möchte, sollte sich zur Via Montenapoleone aufmachen. Hierbei handelt es sich um die eleganteste aber auch teuerste Straße in ganz Mailand. Bekannt für die Modeboutiquen und exklusiven Juwelierläden, ist dies die wohl wichtigste Straßen im Mode-Stadtviertel Quadrilatero della moda. Viele bekannte Modedesigner habe hier ihre Boutiques, aber auch die weltweit beliebten italienischen Schuhmacher sind in der Via Montenapoleone vertreten. Etwas günstiger shoppen kann man in der längsten Einkaufsstraße der Stadt, der Corso Buenos Aires. Gerade im Januar lohnt sich hier ein Besuch, denn im Schlussverkauf kann man Modelle aus der vergangenen Saison zu niedrigeren Preisen erstehen.

Das Wetter an Silvester

Mailand ist für einen Jahreswechsel vom Wetter her ein angenehmer Ort, denn der Winter im Norden Italiens ist es mit 6 Grad bis – 1 Grad Celsius nur mäßig kalt. Leider hat die Gegend jedoch zu dieser Jahreszeit einen kleinen Haken für Touristen: Ein starker Nebel macht sich breit über Mailand. Mit Feuchtigkeit müssen Sie bei einem Urlaub im Winter in Milano also rechnen. Es kann auch gerne mal regnen. Doch davor schützen Jacken, und zudem gibt es so viele Museen und Kirchen anzuschauen, die einem kaum Zeit lassen, sich in Mailand draußen aufzuhalten.

(Bild: © Stefan/pixelio.de)

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